Allgemeines von Schindelnfassaden im Hausbau

Schindeln wurden bereits vor vielen tausenden Jahren in der einfachen Art zum Bau und Isolierung von Behausungen verwendet. Durch archäologische Funde bei Ausgrabungen zeigte sich, dass hierfür sehr oft Baumrinde von verschiedenen Holzarten, je nach Region der Funde, zur Isolation verwendet wurde. Schindeln wurden auch damals, so wie wir es heute kennen Fischschuppenartig übereinander gelegt sodass Regen und Schnee nicht direkt in die Behausung eindringen konnte sondern Außen blieb.

Die ältesten Funde von Holzschindeleinsatz wurden bei Ausgrabungen der Wasserburg Buchau im süddeutschen Bad Buchau gefunden. Diese werden auf ein Alter von ca. 3000 Jahre datiert was ca. 1000 v. Chr. Bedeutet. Die im Moor konservierten Eichenschindeln wurden damals vermutlich mit Holznägeln und Lederriemen befestigt und sorgten bereits damals für Isolierte und trockene Häuser.

Schindel Fassade rundgefast Hausansicht Fichte 100 Jahre alt Schindel Fassade rundgefast Hausansicht Fichte 100 Jahre alt

Schindel Fassade rundgefast Hausansicht Fichte 100 Jahre alt


In Geschichtlichen Berichten wurde auch bereits im Römischen Zeitalter über das Mittelalter bis hin in die Neuzeit über den Einsatz von Schindeln berichtet bis schließlich ende des 18 Jahrhunderts vielerorts in Deutschland wegen Brandgefahr die Holzschindel-Dächer durch Ziegel und Schieferplatten abgelöst wurden. Berichten zufolge wurde regional das Holzschindeldach sogar verboten was allerdings ebenfalls auf die damals herrschende Holzknappheit zurückzuführen ist.

Die heutige Bedeutung von Holzschindeln

Während es in teilen Süddeutschlands, Österreich und der Schweiz teilweise noch Holzschindeln für Dächer anzutreffen sind, erlebt die Holzschindel im Fassadenbau nicht zuletzt wegen der Möglichkeit zur Maschinellen Herstellung der Holzschindeln, eine Renaissance. Vor allem in Waldreichen Gebieten wie den Schwarzwald, Teilen Österreichs und vielen Gebieten der Schweiz vor allem aber im Alpenland.

Schindel Fassade Fichte 6 Jahre alt Schindel Fassade Hausansicht Fichte 6 Jahre alt
Schindel Fassade Hausansicht Fichte 6 Jahre alt



Formen von Schindeln

Die einfachste Art der Schindeln, welche auch in der damaligen Zeit zum Einsatz kam, war die Legeschindel. Dabei handelt es sich um eine Art Brett welches wie der Name schon sagt einfach auf die Lattung des Daches gelegt und lediglich mit Steinen und schweren Ästen und Latten beschwert.
Im Fassadenbau unterscheidet man heutzutage zwischen zwei Arten und Formen. 

  1. Die Spaltschindel
  2. Sägeschindel, Brettschindel

Während die Spaltschindel, welche von einem Schindler von Hand oder Hydraulisch mit einem Schindelmesser längst zur Faserrichtung des Holzes abgespalten wird, prägt die Sägeschindel, dass diese quer zur Holzfaserrichtunng aus dem Holz gesägt wird.

Zur Haltbarkeit und Pflege der jeweiligen Arten kann man unabhängig von der verwendeten Holzart sagen, dass die Spaltzschindel der Brettschindel in Sachen Haltbarkeit und Pflegeaufwand um einiges überlegen ist. Durch die erhaltene Holzfaser bei der Spaltung der Schindel besteht eine längere Haltbarkeit im Gegenteil zu der Zerstörten Faser der Säge- bzw. Brettschindel.

Verwendetes Holz

Die verwendbaren Holzarten variieren je nach Region und dem in dieser Region verfügbaren Holzarten. Während im Norden überwiegend Eichen verwendet werden, sind im Schwarzwald Eher Fichten verwendet. Im Alpenvorland wiederum mehr Lärchen. Bei Nadelhölzern können aufgrund der Verdrehung durch den Trocknungsvorgang nur Linksdrehende Bäume geeignet.

Aufgrund der Globalisierung werden auch Holzarten wie die Alaska-Zeder oder die des Riesen-Lebensbaums verwendet die sich durch hervorragende Haltbarkeitseigenschaften durchgesetzt haben

Haltbarkeit

Die Haltbarkeit variiert sehr stark je nach verwendeten Holz und der Technik mit welcher diese verlegt wurden. Zusammenfassend kann man sagen, dass mit den heutigen Hölzern ohne spezielle Imprägnierung eine Haltbarkeit von ca. 10 – 20 Jahren zu erreichen ist. Nach Imprägnierung oder Verwendung von Haltbareren Holzarten wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, sind Haltbarkeiten von 50 – 70 Jahren keine Seltenheit.

Arten der Deckung

Bei der Dachdeckung unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Arten.

  • Legeschindeldach 
  • Scharschindeldach

Die Verwendung unterscheidet sich in der Neigung des Daches. Für steile Dächer wird die Scharschindelbedachung und für flachere Dächer die Legeschindelbedachung verwendet.